Waren Sie schon mal griechisch Essen? Kennen Sie Jemanden, der schon mal in Griechenland war?
Waren Sie etwa selbst schon mal in Griechenland? Sie kennen einen Griechen sogar?
Dann sollten Sie darauf erstmal einen Ouzo oder Metaxa trinken. Aus gegebenem Anlass genehmige ich mir gleich einen 12 Sterne Trunk.
Sie haben es nicht leicht. Womöglich werden Sie gleich der Kollaboration mit dem Feind beschuldigt.
Haben Sie sich beim Gyrosimbiss immer eine Quittung geben lassen? Nein, oh, oh oh…
Ich vermute im Urlaub haben Sie zumindest eine Rechnung bekommen, beim Taxi fahren zum Beispiel? Auch nicht, ei, ei, ei…
Sie achten aber zumindest darauf, wenn Sie „Ihrem“ Griechen begegnen, dass sie nachher noch alles am Mann oder der Frau haben?
Sie wissen ja sicher, die Griechen sind alles Zocker, Betrüger und Bilanzfälscher?
Auch nicht? Dann weiß ich auch nicht weiter. Ihnen ist nicht zu helfen.
Haben Sie denn wenigstens die griechischen Euros aus ihrem Portemonnaie verbannt? Ich schon. Alle aussortiert.
Und gleich beim Einkaufen dem Supermarktkassierer untergejubelt, die sind doch auch nichts mehr Wert, die Eulen aus Athen.
Das sollten Sie zumindest mal in Erwägung ziehen.
Wenn nicht, dann gehören Sie möglicherweise einfach nicht zu den Lesern der gleichgeschalteten Springerpresse.
Was man da so alles in der letzten Woche lesen konnte:
Rentnerin bekommt 3500 Euro Rente, ja, ja klar kriegt da vielleicht mal eine Rentnerin eine hohe Rente, aber sonst?
In Deutschland leben auch manche Rentner besser als Andere.
Aber wie heißt es so schön, lesen bildet, manchmal eine Meinung und manchmal einfach nahe an der Volksverhetzung.
Und noch weitaus Schlimmeres vom Presseorgan Angela Merkels springt da in Bildern und großen Buchstaben dem ahnungslosen Leser von den Kiosken entgegen.
Und da laufen sicher Gespräche in den Hinterzimmern der Politik. Wir wissen ja die Bild ist immer dabei, seit ein paar Monaten.
Die sind gewiss schon ganz kurz davor Griechenland zu einem der Schurkenstaaten zu ernennen. Ramschstatus hat man Griechenland ja schon zugestanden.
Nein, das waren ja diese Ratingagenturen.
Wo ich doch mal kurz auf diese so „unschuldigen“ Agenturen zu sprechen kommen muss.
Die sind wirklich hochprofessionell und man kann nichts Schlechtes über sie sagen.
Na gut, dass die Experten Lehman Brothers eine Woche vor deren Zusammenbruch noch ein dreifaches A verliehen haben war ein kleines Versehen.
Und den Griechen vor Wochen auch noch ein recht Ordentliches das kann ja mal passieren.
Die haben sonst wirklich Ahnung. Und davor habe ich Respekt. Wie sollten denn sonst die Heuschrecken an der Börse gutes Geld machen?
Ahnungslose Anleger über den Tisch ziehen alleine reicht ja nicht immer aus.
Soviel Profite kann man aus dem Vermögen von armen Rentnern und anderen Leichtgläubigen auch nicht machen.
Aber denken Sie nicht ich will die griechische Praxis gut heißen. Schließlich muss man für das was man ausgibt auch bezahlen.
Und das wird jetzt Zeit, schließlich haben sie reichlich Sparprogramme beschlossen.
Das tun die Deutschen doch auch und deshalb ist es nur Recht und billig, dass man die Griechen gut berät.
Wer sonst außer den Schuldenmachern im Herzen Europas könnte man da Kompetenz zu billigen?
Immerhin haben wir nicht mehr Herrn Waigel als Finanzminister, sondern Herrn Schäuble, dessen Defizit ist zwar auch rekordverdächtig, aber wen schert das?
Ein paar Steuersenkungen sind da auch noch drin, wenn man mal gut darüber nachdenkt. Da ist unsere Politik wirklich vorbildlich.
Leider hat sich Frau Merkel letztlich um eine bis zwei Wochen verkalkuliert. Die Griechen haben nicht bis nach der NRW-Wahl durchgehalten.
Wer hätte das gedacht?
Außer ein paar Millionen Leuten mit Verstand und ein paar Regierungen in Europa,
die schon vor drei Monaten den Griechen helfen wollten, um den Spekulationen Einhalt zu gebieten.
Nun ist das Kind in die Ägäis gefallen, ähm Brunnen.
Und die Auswirkungen sind schlimmer für den Kontinent als die Katastrophe von Santorin vor tausenden von Jahren.
Nur ab und zu erscheint mal Jemand aus der Versenkung, wie die drei Damen vom runden Tisch.
Sie wissen schon, die Damen, Leutheusser-Schnarrenberger, Schavan und Schröder.
Immerhin jetzt ist auch die deutsche Politik im Schweinsgalopp unterwegs, keine Diskussionen, kein Zögern mehr, will man doch den Dominoeffekt verhindern,
denn im Zuge der griechischen Misere, leiden auch gleich Portugal und Spanien an Ansehensverlust.
Und weil das so ist habe ich mir ja gleich auch einen guten Madeira, Sherry und in weiser Voraussicht auch noch einen guten irischen Whiskey
und eine Flasche Chianti bereitgestellt. Übrigens alles mit Quittung und bar bezahlt!
Und sollte das alles nicht helfen, dann gibt es an der Ecke ein kühles Blondes und das zahle ich dann einfach mit der D-Mark.
Iamas!
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Dimitrios