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Politsatire

Eine Geschichte

Ach, was muss man oft von bösen
Politikern hör´n und lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
Welche Kraft und Löhrmann hießen;


Die, anstatt durch Hessens Lehren
Sich zur Wahrheit zu bekehren,
Oftmals laut darüber lachten
Sich auch heimlich lustig machten.
Denn ein Ja zur Koalition,
Dieses überlegt man schon!
Pinkwart necken, Rüttgers quälen,
Posten, Wähler, Ämter stehlen,
Das ist freilich angenehmer
Und dazu auch viel bequemer,
Als in einer Opposition

oder großer Koalition
Festzusitzen auf dem Stuhle

so als wär man in der Schule.
Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe!!
Ach, das war ein schlimmes Ding,
Wie es Kraft und Löhrmann ging!
Drum ist hier, was sie getrieben,
Angemahnt und aufgeschrieben.


Mancher gibt sich viele Müh'
Mit dem lieben Wählervieh;
Einesteils der Kreuze wegen,
von den Leuten, welch ein Segen!
Zweitens: Weil man dann und wann
auch den Wähler täuschen kann;
Drittens aber nimmt man auch
Ihre Dummheit zum Gebrauch
um zu prassen und zu machen,
all die andern schönen Sachen.


Rütters Jürgen auf der Leiter

wollte die Karriere weiter.

Und die Bürger sollten bürgen

mit den Kreuzen für den Jürgen.


Einst die Wähler waren viel

Weil so hehr das Wahleziel.

Kraft und Löhrmann dachten nun:
Was ist hier jetzt wohl zu tun?
Ganz geschwinde, eins, zwei, drei,
teilten sie das Volk entzwei...


Durch Versprechen - Stück für Stück
Wie ein Sahnestück so dick.
An den Ködern diese binden

lässt für jeden sich was finden...
Und verlegen sie genau
Vor Kanzleitür zur Beschau.


Kaum hat dies das Volk gesehen,
ist es schon um es geschehen!

Weg mit Rüttgers, rufts Wahlvieh
Kreuz für Kreuz! – So wählen sie.


Wählerinnen, Wähler munter
Schlucken die Versprechen runter;

Aber als sie sich besinnen,
Konnte keiner recht von hinnen

Kreuzen rechts und links und quer
Winden sie sich hin und her,

Schreien auf und in die Höh', Ach herrje, herrjemine!


Ach, sie bleiben an dem langen,
Dürren Ast von links gefangen,
Und ihr Hals wird lang und länger,
Ihr Geschrei wird bang und bänger.

Alles jammert laut oh wei,
Droht doch rot-rot-grün herbei.


Rüttgers Jürgen in der Kammer
Hört den großen Wählerjammer;

Ämterschwer tritt er heraus,
Ach, was war das für ein Graus!


Aus dem Auge fließen Tränen!
All sein Hoffen, all sein Sehnen,
Seines Lebens schönster Traum
Wähler hingen´s an den Baum.


Tief betrübt und sorgenschwer
Nimmt er die Verfassung her,
beruft sich auf den Paragrafen
nie sollst Du mit Linken schlafen.


Und mit stummem Trauerblick
Kehrt er zur Kanzlei zurück.

Dieses war der erste Streich,
Doch der Zweite folgt sogleich.

--

Frei nach Wilhelm Busch von Dimitrios